Gemeindepartnerschaft
mit Bwagura in Tansania
Lebendige Partnerschaft seit mehr als 40 Jahren
Erstmals im April 1984 besuchte Herr Blasio Mulyowa -Leiter der Musikschule in Ruhija (Tansania) in der Nachbarschaft von Bwagura und Lehrer für afrikanische Kulturgeschichte- auf private Einladung das Ehepaar Gottschling (Mitglieder unserer Gemeinde), das er durch deren Tätigkeit in der Vereinigten Evangelischen Mission (VEM) kannte, in Kettwig.
Dies war natürlich Anlass für unseren Ökumenischen Arbeitskreis für Entwicklungshilfe und der Aktionsgruppe (damals noch: 3. Weltladen), den Gast aus Afrika zu einem Diskussionsabend ins Gemeindezentrum Auf der Höhe und zur Besichtigung unseres "3. Weltladens" einzuladen und auf die vielen Fragen nach Unterstützungs- und Hilfsmöglichkeiten, sagte Blasio Mulyowa damals:
"Kommt und lernt uns kennen!"
Seither machen sich immer wieder Menschen auf den Weg - von Bwagura nach Kettwig oder von Kettwig nach Bwagura.
Together we are church
Eine Delegation aus unserer Partnergemeinde in Bwagura machte sich im September 2025 auf den langen Weg zu uns nach Kettwig – über 6.800 Kilometer trennen uns, und doch fühlte es sich an, als kämen Freundinnen und Freunde von nebenan.
Angekommen mit Gesang, Tanz und großer Freude
Nach einer aufregenden Reise, die wegen eines Sturms und eines deswegen verpassten Fluges fast zu scheitern drohte, war die Freude umso größer, als die Gruppe endlich in Kettwig ankam. Unser Gospelchor empfing sie mit Gesang, Trommeln und Tanz – ein bewegender Moment voller Herzlichkeit und Dankbarkeit. Von Anfang an war spürbar: Diese Begegnung ist mehr als ein Besuch. Sie ist gelebte Partnerschaft – getragen von Freundschaft, Glauben und gegenseitigem Respekt.
Begegnungen, Gespräche und gemeinsamer Glaube
Fast zwei Wochen lang haben wir zusammen gesungen, gebetet, gefeiert und viele Gespräche geführt. Wir haben voneinander gelernt, uns gegenseitig bereichert und neu entdeckt, was Kirche in weltweiter Gemeinschaft bedeutet. Besonders eindrucksvoll waren die Besuche beim Kirchenkreis Essen und bei der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal. Dort wurde spürbar, wie vielfältig und lebendig weltweite Kirche sein kann, wenn wir uns füreinander öffnen.
Feste, Farben und Freude
Wir haben das internationale Fest im Weigle-Haus nach einem gemeinsamen Ausflug zum Gasometer in Oberhausen gefeiert – ein Tag voller Musik, Lachen und Begegnung. Unvergesslich bleibt auch unser großes Gemeindefest unter dem Motto »Together we are church«. Unsere Kirche zeigte sich an diesem Sonntag ganz anders: bunt, lebendig, generationsübergreifend und erfüllt von Freude. Mit vielen Stationen der »Kirche Kunterbunt« wurde gespielt, gebastelt, erzählt und miteinander gegessen.
Von Kindern und Schulen
Besonders bewegend waren auch die Begegnungen in unseren Kindergärten: gemeinsam singen, spielen, voneinander lernen – Momente, die bleiben. Auch die Realschule Kettwig, die seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft mit der »Tunamkumbuka Secondary School«in Bwagura pflegt, erlebte bewegende Begegnungen. Ebenso die Schule an der Ruhr, die den Kontakt zur dortigen Grundschule betreut – gelebte Partnerschaft von jung bis alt.
Ein Projekt, das Leben schenkt – Wasser für Bwagura
Die Delegation brachte uns auch ein Herzensanliegen mit: In Bwagura leiden viele Menschen unter den Folgen des Klimawandels und der Trockenheit. Die Böden verdorren, Ernte bleiben aus, und tausende Menschen sind in ihrer Existenz bedroht. Unsere Partnergemeinde möchte daher ein großes Brunnenprojekt auf den Weg bringen – ein Projekt für die ganze Stadt. Ziel ist es, unterirdisches Wasser zu erschließen, damit die Menschen wieder Zugang zu sauberem Trinkwasser und Bewässerung für ihre Felder bekommen. Dieses Projekt will Leben schenken – Hoffnung, Zukunft und Würde. Doch eine solche Aufgabe kann die Gemeinde in Bwagura nicht allein bewältigen. Darum sind wir eingeladen, uns solidarisch zu zeigen: durch Gebet, durch Interesse, durch Spenden oder durch das Weitertragen dieser Idee. Jede Unterstützung hilft, dass Menschen in Bwagura Wasser finden – und damit das kostbarste Geschenk des Lebens.
»Together we are church« – das heißt auch: Wir teilen, was wir haben. Wir tragen die Lasten und die Hoffnungen gemeinsam. Wir sind dankbar für die Offenheit, den Mut und die Hilfsbereitschaft unserer Freundinnen und Freunde in Bwagura. Ihre Hoffnung ist ansteckend – und sie erinnert uns daran, was weltweite Gemeinschaft im Glauben wirklich bedeutet:
Miteinander leben, füreinander beten, gemeinsam handeln.
Bwagura und Bukoba in der Region Kagera am Viktoriasee
Bwagura liegt im Nordwesten Tansanias in der Nähe von Bukoba am Viktoriasee. Die Gemeinde gehört zur evangelisch-lutherischen Kirche in Tansania und hat ca. 1700 Mitglieder. Bwagura kann in der Suahelisprache sowohl mit "r" Bwagura als auch mit "l" Bwagula geschrieben werden.
Hauptstadt der Region Kagera ist Bukoba (rund 129. Einwohner - Zensus von 2012). Bukoba ist die größte Stadt und der Verwaltungssitz des Regional Commissioners der Region Kagera. Zudem ist die Stadt dreifacher Bischofssitz
- des römisch-katholischen Bistums Bukoba,
- der Nordwest-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania und
- der orthodoxen Diözese von Bukoba.
Bwagura im Kartenausschnitt
Original aus Google-Maps, bearbeitet von LJB
Spenden für die Partnerschaft Bwagura - Kettwig
Partnerschaft heißt auch sich gegenseitig Hilfe zu leisten! Wir unterstützen die Gemeinde, das Waisenhaus Uwakiki und den Poor Patients Fond des Krankenhauses Ndolage regelmäßig mit Spenden und Kollekten.
Sie können unsere Partnergemeinde gezielt bei deren Projekte durch Ihre Spende unterstützen:
Bank Für Kirche und Diakonie
BIC: GENODED1DKD,
IBAN: DE85 3506 0190 5993 6050 01
Brunnenprojekt
Die Menschen in Bwarugara leiden an den Folgen des Klimawandels und der langen Trockenheit. Mit dem Brunnenprojekt will die Gemeinde unterirdische Wasserquellen erschließen und allen Menschen der Stadt Zugang zu frischem Wasser ermöglichen.
Spendenstichwort: Bwagura/Brunnen
Irango church
Der Kirchenraum des "Nachtbarbezirkes", den die Gemeindeglieder mit bescheidenen, eigenen Mitteln über Jahre hinweg nach und nach aufbauen - und schon ein gutes Stück geschafft haben.
Spendenstichwort: Bwagura/Irango
Grundschulen in Bwagura und Bwayenza
Für die beiden Grundschulen hat unsere Schule an der Ruhr eine Patenschaft übernommen.
Spendenstichwort: Bwagura/Grundschulen
Allgemeinde Gemeindediakonie
Mit Geld unterstütz die Gemeinde in Bwagura Kranke und alte in Notsituationen, aber auch Familien mit Schulgeld für ihre Kinder bzw. Waisen.
Spendenstichwort: Bwagura/Diakonie
Secondary School
"Tunamkumbuka" Patenschule unserer Realschule
Die weiterführende Schule in Bwagura - die Jugendlichen wissen, dass Bildung ein Weg aus der Armut ist.
Spendenstichwort: Bewagura/Tunamkumbuka
Dispensary
Die ortsnahe gelegene "Apotheke" und kleine "Landarzt Praxis", in der mit einfachsten Mitteln unendlich viel geleistet wird: Die Behandlung von Malaria, TBC und Aids-Erkrankten, aber auch Familienplanung und Geburtshilfe.
Spendenstichwort: Bwagura/Apotheke
Kindergarten
"Uwakiki"
Ein Kindergarten für Aidswaisen-Kinder
Spendenstichwort: Bwagura/Uwakiki
Tanzania
Tansania, amtlich "Vereinigte Republik Tansania", ist ein Staat in Ostafrika. Es liegt am Indischen Ozean und grenzt an Kenia und Uganda im Norden, Ruanda, Burundi und die DR Kongo im Westen und Sambia, Malawi und Mosambik im Süden. Es ist seit der Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich am 9. Dezember 1961 Mitgliedstaat des Commonwealth of Nations.
Das Land ist mit 57,3 Millionen Einwohnern (2017) das nach Bevölkerung fünftgrößte Land Afrikas. Hauptstadt des Staates ist Dodoma, Regierungssitz und größte Stadt ist jedoch die Küstenstadt Daressalam; weitere große Städte sind Mwanza, Arusha, Mbeya, Morogoro und Tanga.
Tanganjika (das Festlandgebiet mit der Insel Mafia umfassend) wurde 1961 von der Mandatsmacht Großbritannien unabhängig und verband sich 1964 mit Sansibar (Inseln Pemba und Unguja) zu Tansania, dessen Landesname aus Tanganjika, Sansibar sowie der Bezeichnung Azania zusammengesetzt ist. In Tansania werden etwa 125 Sprachen gesprochen, größtenteils Bantusprachen, aber auch nilotische und kuschitische Sprachen, Arabisch sowie indische Sprachen; Verkehrssprachen sind hingegen Swahili (Suaheli) und Englisch.
Symbole der Partnerschaft
Seit dem Besuch 2025 ziert dieses in Bwagura handgerfertigte Modell unseren Sitzungsraum.
Das Holzschnitzwerk ist ein Gastgeschenk aus den Anfangszeiten der Partnerschaft. Es bezieht sich auf das Evangelium des Johannes, Kapitel 15, Verse 1 bis 8.
Die Inschrift -ZAENI MATUNDA MEMA- in Suahelisprache, kann sinngemäß nach Johannes 15: 1-8 frei übersetzt werden in -möge die Partnerschaft gute Früchte tragen
In der Sakristei von Bwagura